Indigo Networks a.k.a. sipgate lässt T-Mobile die iPhone-Werbung verbieten:
Im Streit mit T-Mobile hat sipgate beim Landgericht Hamburg einen Sieg errungen. T-Mobile hatte speziell für das iPhone einen Tarif angeboten und diesen als “freien Internetzugang mit unbegrenzter Datenflatrate” beworben. Im Kleingedruckten verbarg das Unternehmen jedoch erhebliche Einschränkungen. Das Landgericht Hamburg folgte dem Antrag sipgates und verbot T-Mobile unter Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000,- Euro und bis zu 2 Jahren Ordnungshaft, weiterhin mit dieser Aussage im Internet zu werben.
Kern des Streites waren die nach Ansicht sipgates überraschenden und gravierenden Einschränkungen, die T-Mobile vor dem iPhone-Interessenten versteckte. So ist unter anderem die Nutzung des Internetzugangs zum Chatten oder Telefonieren nicht möglich. Ebenso sind so genannte IP-VPNs, häufig von Unternehmen zum sicheren Zugriff auf Firmendaten über das Internet eingesetzte Verfahren, nicht in dem Angebot enthalten. Nach Ansicht von sipgate kann daher von einem “freien” Internetzugang nicht die Rede sein.
Weitere für den Verbraucher überraschende und erhebliche Einschränkungen bestehen bei der Nutzung der Datenflatrate. Schon bei einer vergleichsweise geringen Nutzung des Zugangs verlangsamt T-Mobile künstlich die Zugriffsgeschwindigkeit eines iPhone-Kunden. Im Ergebnis sind damit zahlreiche Dienste, wie beispielsweise Internetradios oder Videostreams, gar nicht oder nur erheblich eingeschränkt nutzbar. Auch hier vertritt sipgate die Ansicht, dass eine Bezeichnung des Angebotes als “unbegrenzte” Datenflatrate nur als irreführend zu bezeichnen ist.
Das dürfte (in welcher Form auch immer) damit zusammenhängen, dass T-Mobile die Aufnahme des VoIP-Clients von sipgate in den App Store per EV hat verbieten lassen. Das Nachsehen hat der iPhone-Nutzer.
Auf der T-Mobile-Seite steht die Werbung bislang noch wie gehabt:
Update: Dazu schreibt mir T-Mobile-Sprecher Alexander Graf von Schmettow:
Sehr geehrter Herr Cloer,
ích kann derzeit nicht viel dazu sagen, außer, dass wir auf eine formelle Zustellung der EV warten und erst dann bewerten können, was das für mögliche Konsequenzen für unsere iPhone-Werbung hat.

[...] noch “frei” und “unbegrenzt” (s.u.), heute plötzlich weniger reißerisch. Sieh mal einer [...]